Die juckenden Fasern, die es nicht geben darf ... und mehr

Krankenbericht von S. M.

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Hier folgt nun einer der ersten Krankenberichte eines deutschen Patienten, mit dem ich seit einiger Zeit in Verbindung stehe:

Nachdem die meisten Fälle im Internet mitsamt ihren Einzelheiten meist aus den USA stammten, treten jetzt in Europa auch immer mehr Fälle von Morgellons auf. Dieser Patient schreibt uns wie folgt:

„Ich bin 29 Jahre alt, wurde 1980 in Deutschland geboren und arbeitete von 1998 bis 2009 als Maler und Lackierer, wo ich mit den in diesem Beruf üblicherweise vorkommenden Materialien in Kontakt kam: Mörtelgruppen, Silikate, Silikon, Lösungsmittel, Lacke, Leichtmetalle und was sonst noch im Baugewerbe üblich ist.

Bis zum Ausbruch meiner Krankheit war ich ein (fast) gesunder, stattlicher Mann von 1,86 m Körpergrösse und einem Gewicht von 88 kg. In meiner Freizeit widmete ich mich meiner Band und hatte keine Probleme mit menschlichen Beziehungen, zeigte auch keinerlei Anzeichen von unterdrückten Agressionen oder ähnlichen Besonderheiten. Wenig beachtet hatte ich jedoch körperliche Beschwerden, die seit dem 16. Lebensjahr auftraten: In Höhe der Leber befand sich eine Stelle, die sich hart anfühlte und bei Druck ein gluckerndes Geräusch erzeugte.

Später, als ich bereits in der Band spielte, nahm ich zu wenig Rücksicht auf meine Gesundheit, rauchte und tank regelmässig Alkohol, wie es ja bei Musikern häufig der Fall ist. Auch nahm ich eine zeitlang leichte Drogen zu mir. Es wurde ein Leberverfettung festgestellt sowie je eine Zyste in jeder Niere. Die Leber war nun weniger belastbar.

Dann änderte sich alles. Im Frühjahr 2005 bemerkte ich während der Arbeit, dass ich bei seitlichem Nach-oben-Drehen des Kopfes einen ekelerregernden Geschmack im Mund bekam. Im Hals sammelte sich ein grünlicher Schleim mit teilweis schwarzroter Färbung. Ich wurde müde und antriebslos und hatte regelmäßig Kopfschmerzen. Ich führte diese Beschwerden zuerst auf das Rauchen und die Einnahme von Drogen zurück, ging dann aber zu einem HNO-Arzt, der eine Nasennebenhöhlenvereiterung sowie eine Allergie gegen Milben und Schimmel feststellte. Ich wurde im Sommer 2005 operiert und der Arzt versicherte mir nach der Operation, dass er die Ansammlungen beinahe nicht vollständig herausbekommen hätte.

Es ging mir kurzfristig besser, doch trocknete nun der Nasenschleim völlig aus. Zwei Monate später stellten sich der Schleim im Hals und der widerliche Geschmack im Mund wieder ein.

Ich tat mein Bestes, machte Kamillen-Dampfbäder etc. und versuchte, mir selber zu helfen.

Nun hielt ich mich von 2004 bis 2009 in den Niederlanden auf. Ich weiß nicht, in wieweit diese Schleimentwicklung durch eine Reaktion auf diverse Lebensmittelzusätze hervorgerufen wurde (die Nahrungsmittelverordnung der Niederland war damals vielleicht nicht auf dem modernsten Stand) – aber das kann man nur schwer feststellen. Ich hatte eine gut bezahlte Arbeitsstelle, eine stabile, dauerhafte Beziehung, viele Freunde sowie meine Band und war psychisch stabil. Allerdings besass ich immer schon ein vielleicht ein wenig übersteigertes Gerechtigkeitsempfinden und eine große Sensibilität, was ich aber für nichts Unnormales halte, schon gar nicht bei einem Musiker. Ich gehöre eben zu den Menschen, die sich mit dem jetzigen Weltgeschehen und der rapiden Zerstörung nicht abfinden können und die darunter leiden.

   linke Wange  Ab Februar 2006 aber zeigten sich die ersten Beschwerden. Wenn ich ruhig auf dem Sofa sass, setzte plötzlich ein kribbelndes Gefühl unter der Gesichtshaut ein und zwar zwischen Ohrläppchen und Knorpelansatz, in der linken Gesichtshälfte unter dem Wangenknochen und schräg am Ende des rechten Wangenknochens, ebenfalls im Bereich der Backenzähne. Diese Stellen fühlten sich hart an und verursachten einen brennenden Schmerz. Sie hatten einen Durchmesser von ca. einem Zentimeter. Ich versuchte, die Stellen durch Druck oder Massieren zu beseitigen, sie veränderten sich aber nicht.

Durch einen symmetrisch auf dem ganzen Gesicht entstandenen Ausschlag sah ich aus wie ein Clown und es kam in mir eine Panik hoch.

   linke Wange  Noch nach Wochen war dieser Ausschlag unverändert da und die harten Stellen hatten sich entzündet. Beim Ausdrücken kam eine gelbliche, wässerige Flüssigkeit heraus. Es zeigte sich an den harten Stellen eine violett-blaue, schwärzliche Verfärbung. Ich ging zu meinem Hautarzt, dem sofort die gleichmäßig symmetrische Verteilung der Ausschläge auffiel. Ich bekam ein Rezept für eine Salbe, die der Apotheker herstellen mußte. Es trat eine teilweise Besserung ein, doch die harten Stellen blieben und schmerzten.

Später ging ich wieder zum Hautarzt zurück. Diesmal wurde ich in der großen Praxis von einem anderen Arzt untersucht. Dieser meinte, dass man da nichts machen könne und dass ich nicht daran herumzupfen sollte. Er verschrieb mir eine Salbe. Tage danach schaute ich in den Spiegel und es kamen mir die Tränen über mein Aussehen. Es stieg eine Wut in mir hoch und ich drückte mit aller Gewalt auf die kapselartige Geschwulst auf der linken Gesichtshälfte zwischen Nase und Wangenknochen. Es dauerte Minuten, bis das Ding plötzlich mit einem deutlich hörbaren Laut platzte und eine grünlich-gelbe, milchige und zähe Substanz herauskam. Es war auch Blut und Wasser dabei.

Ich ging also wieder zum Hautarzt. Der war ärgerlich, weil ich an den harten Stellen gedrückt hatte. Wieder bekam ich eine Salbe. Langsam fing ich an, mich zurückzuziehen. Ich mochte mich in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen.

2007: Seit einem Jahr bestand nun der Zustand unverändert. Der Hautarzt wollte mich nicht mehr behandeln. Ich liess einen Backenzahn ziehen, da man vermutete, dass hier die Wurzel des Übels liegen könnte. Psychisch ging es mit mir bergab und ich vegetierte antriebslos vor mich hin. Es war ein Zustand von überwältigender Angst und Scham.

2008: Jetzt bekam ich manchmal bei der Arbeit cholerische Anfälle. Morgens, wenn ich zur Arbeit mußte, bekam ich richtige Wutausbrüche.

Ich fing an zu grübeln: Die Beschwerden hatten nach der HNO-Operation an der Stirnhöhle begonnen. Mir erschien es seltsam, dass die ersten wirklich starken Beschwerden ein paar Monate nach der HNO-Operation auftraten. Ich ging noch einmal zum HNO-Arzt, um ihn zu fragen ob evtl. bei der Operation etwas schief gelaufen wäre? Die Antwort des Arztes war: „Das hatten Sie schon vorher. Lassen Sie das Rauchen sein.“ Der Zahnarzt, der den Backenzahn gezogen hatte meinte, man sollte sich auch waschen!*

Langsam verlor ich das Vertrauen zu den Ärzten und bekam mehr und mehr das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Ich spürte die Abneigung, die mir entgegenkam. Ich las im Internet auch von anderen Patienten mit sehr ähnlichen Symptomen, denen immer wieder erklärt wurde, dass die Krankheit psychischen Ursprungs sei.

In dem Jahr veränderte sich nichts, mein Zustand blieb der gleiche.

Dann spritzte eine Hautärztin Cortisol in die kapselartigen Verdickungen. Diese bluten immer sehr stark, wenn man in sie hineinsticht. Die Ärztin hatte große Probleme, mit der Spritze in das merkwürdige Gebilde einzudringen. Sie wunderte sich sehr darüber, dass es so extrem hart war.

Die Behandlung brachte aber keinen Erfolg.

2009: Nach wie vor waren die Beschwerden da und wenn man die Haut hinter dem Ohr sowie eine Stelle unter dem einen Auge befühlt, dann hat man deutlich den Eindruck, dass sich etwas darunter befindet. Ich hatte jetzt Wunden, offene Stellen und zwar am Arm, am Handgelenk (sh. Aufnahmen) mitten auf der Brust, im Bauchbereich und am Glied. Sie schließen sich nicht und eitern auch jetzt noch vor sich hin. Am Arm bemerkte ich zwei kleine schwarze Blutklumpen. Jedes Mal, wenn ich sie entfernen wollte entstand neben der Wunde ein neues kleines Loch. Manchmal sieht es aus wie hundert winzige Nadelstiche, die ganz eng neben einander stehen. In meinem Gesicht bilden sich jetzt starke Falten.

Nun wurde ich von den Hautärzten in die Psychiatrie überwiesen, wie anscheinend viele andere Morgellons-Patienten. Obwohl ich es eigentlich selbst als eine Ironie empfand, ging ich wieder zu dem Hautarzt, der mich ursprünglich behandelt hatte. Ich fragte ihn, ob er schon einmal etwas von Morgellons gehört hätte. Darauf wirkte er ausgesprochen verstört und bat mich, zu einem Psychiater zu gehen. Der Arzt rief direkt beim Psychiater an, um den Termin sofort fest zu machen. Ich erzählte ihm meine Kranken-geschichte. Er verschrieb mir Risperidol. Diese Behandlung dauerte ein halbes Jahr. Ich verlor meine Arbeitsstelle. Viele Dinge liefen merkwürdig schief und Formulare verschwanden.

Jetzt bin ich am Ende, gesundheitlich und psychisch. Zur Krankheit kommen jetzt auch noch Schulden.

Nach einer weiteren dreimonatigen Behandlung in einer Nervenklinik erhielt ich die Diagnose „schizophrene Psychose“. Seit Anfang 2010 bin ich Frührentner.

2010: Jetzt begann der Albtraum erst richtig.

Ich hatte inzwischen viel Zeit, mich über die Krankheit zu informieren. Die Symptome verschlimmern sich weiter. Meine Zähne knirschen stark. Flusen und Fäden sind überall in meiner Umgebung und am Körper sichtbar. Meine Nervosität nimmt weiter zu. Vor einigen Tagen drückte ich mit voller Kraft gegen eine Wunde – und hatte plötzlich eine Art Wurm in der Hand! Einen Tag später kam ein 15 cm langes, schwarzes Band aus meiner Haut (sh. Foto).
  Morgellons-Band von S. M.

Später machte sich in der Wange ein Druck bemerkbar. Irgend etwas bewegte sich dort und das schmerzte.

DES WEITEREN FIEL MIR AUF, DASS BEIM DRÜCKEN SO ETWAS WIE WINZIGE WEISSE FLIEGEN AUS DER HAUT KAMEN.

Ich erhielt eine Neem-Tinktur, nahm 15 Tropfen davon und konnte schlafen.

Jetzt aber wurde es richtig grauenhaft. Ich hatte ein seltsames Gefühl in den Beinen und ging ins Badezimmer, um sie näher zu betrachten. Ich weiß, es klingt unglaublich, aber aus meinen Beinen kamen die merkwürdigsten Ausscheidungen. Tiefrote Fäden, ein weißes, hartes Zeug, kleine weiße Dinger die aussahen wie winzige Embryonen.

Das Seltsamste aber war ein kleines Sechseck, das sich aufklappte und aus dem ein roter und ein blauer Faden herauskamen. Dieses Sechseck hatte eine spiegelnde Fläche. Es begann außerdem in den Händen und an den Finger sowie unter den Nägeln zu kribbeln. Es kamen Fasern zum Vorschein, das Ganze schmerzte sehr. Ich nahm an mir einen ekelhaften Körpergeruch war, mein Glied fing an, zu schrumpfen.

Am nächsten Morgen lagen überall um mich herum kleine Faserknäuel, auch schwarze und weiße Krümel.

Eine Art Flusenknäuel kam – woher weiß ich nicht – plötzlich und setzte sich auf meinen rechten Handrücken. Etwas stach zu, in Sekundenschnelle wuchs ein Faden mit einem schwarzen, eiförmigen Kopf aus der Stelle heraus. Aus einer Stelle unter dem Auge nahm ich eine dieser Flusen heraus, die am Leben zu sein schienen und die in der Form an Urzeitkrebse erinnerten.

Ich begann, diese Dinger im Gesicht mit einer Neem-Creme zu bekämpfen. Nach mehrmaligem Einnehmen der Tinktur und Behandlung mit der Creme fielen sie von meinem Gesicht herab. Staub und Flusen schienen mich zu verfolgen.

UNTER DEN AUSCHEIDUNGEN FIELEN MIR ZWEI KLEINE KÄFER AUF, DIE AM HINTERTEIL EINEN BLAUEN FADEN HATTEN UND LEBTEN – DIESE ART HABE ICH NOCH NIE GESEHEN HÄTTEN SIE NICHT DIESEN UNVERWECHSELBAREN BLAUEN FADEN GEHABT HÄTTE ICH SIE NICHT BEACHTET. EIN KÄFER WAR IN MEINEN STRUMPF, DER ANDERE WAR AUF MEINEN BEIN. IN MEINEM SCHRECKEN HATTE ICH SIE LEIDER DIE TOLETTE RUNTERGESPÜLT –FALLS ICH DIESE KÄFER WIEDER BEMERKE WERDE ICH SIE FANGEN.

Neuerdings werde ich außer von Kopfschmerzen noch von einem ständigen Ton in meinen Ohren geplagt. Viele dünne Striemen erscheinen auf meinem Gesicht. Wenn ich darauf drücke, werden schwarze Fäden sichtbar. Der Ton wird stärker, wenn ich Druck anwende.

Dies ist mein augenblicklicher Zustand.

Hinzufügen möchte ich noch Folgendes: Im weiß aus dem Internet, dass Psychiater und Dermatopsychologen häufig die Diagnose „Dermatozoenwahn“ stellen und meinen, dass sich der – vermutete – Wahn deswegen so stark ausbreitet, weil sich die Menschen durch die Internetkontakte und den Informationsaustausch gegenseitig beeinflussen, so dass eine Art Massenwahn entsteht. In meinem Fall war es so, dass ich erst im Jahr 2009 einen Internet-Anschluß bekam. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber bereits mehrere Jahre krank und wußte nichts von den Erfahrungen anderer Patienten. Inzwischen sind auch Krankheitsfälle aus China bekannt, bei denen häufig ganz arme Landarbeiter betroffen sind, die das Internet nur vom Hörensagen kennen.“

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